Reinhard Priessnitz, der stille Rebell

reinhard-priessnitz-der-stille-rebell-kaltenbeckde Franz Kaltenbeck

Aufsätze zu seinem Werk. ESSAY 56

2006 - Literaturverlag Droschel

ISBN: 9783854207047


Reinhard Priessnitz (1945–1985) ist einer der verborgensten Klassiker der Moderne‹; so unterschiedliche Autoren wie Thomas Kling oder Franz Josef Czernin berufen sich auf ihn, ein wichtiger Literaturpreis ist nach ihm benannt – aber noch immer ist sein schmales Werk, vor allem die kanonische Lyriksammlung vierundvierzig gedichte, sein einziges Buch zu Lebzeiten, kaum bekannt.

Entsprechend schmal ist auch die Sekundärliteratur zu Priessnitz; bisher ist weder eine Biografie erschienen, noch kann von einer erschöpfenden Interpretation seiner Texte und seiner theoretischen Position gesprochen werden. Franz Kaltenbecks Essayband möchte hier Abhilfe schaffen: Kaltenbeck war während seiner Wiener Jahre (1965 bis 1976) ein enger Freund des Dichters und der ›Wiener Aktionisten‹, Priessnitz' Gedicht »der blaue wunsch« ist ihm gewidmet.

Neben lebensgeschichtlichen Erinnerungen an Priessnitz enthält dieser Band gründliche Lesarten einiger seiner Gedichte, durchgeführt unter den Vorzeichen von Lacans Psychoanalyse und Sprachtheorie, Bemerkungen zur erotischen Topografie und zum ›Fleisch der Schrift‹ sowie zum Umgang mit der verdrängten jüngeren Geschichte in Priessnitz' Werk.

»Eine der zentralen Fragen, wie Ding, Sache und Wort in der Moderne und bei Priessnitz zusammenkommen, behandelt Kaltenbeck ausführlich und kenntnisreich. Die klarsten und spannendsten Passagen gelingen dem Autor dort, wo er Priessnitz' Werk in das Dreieck von Erkenntnistheorie, Sprachphilosophie und dessen Sicht auf die Welt einschreibt. (…) Kaltenbeck gelang mit seiner Hommage ein kleines Kunststück.« (Sigrid Gaisreiter, Park, Zeitschrift für neue Literatur)